Am vergangenen Samstag wurde in Aichwald die Deutsche Technik-Meisterschaft durchgeführt und am Sonntag der Deutsche Jugendcup. Mit insgesamt 473 Starts – beim Formenlauf sind Mehrfachteilnahmen möglich – war das Teilnehmerfeld bei der Deutschen Meisterschaft erstaunlich hoch.
Eigentlich war geplant, dass die „Deutsche“ in der Neckartalhalle in Wernau stattfinden soll. Nachdem es aber im März 2025 in der Wernauer Halle zu einem größeren Brand kam, wurde die Hallennutzung für den weiteren Sportbetrieb gesperrt. Bei der Suche nach einer geeigneten Alternative wurde man mit der Sporthalle im 15 Kilometer entfernten Aichwald fündig. Die Taekwondovereine der beiden Ortschaften übernahmen daraufhin die Organisation der Deutschen Meisterschaft.
Die Wettkämpfe wurden auf vier Kampfflächen durchgeführt. Für die Bewertung und den ordnungsgemäßen Ablauf standen 25 Kampfrichter zur Verfügung, darunter sechs Kampftrichter mit internationaler Lizenz.
Die Gesamtleitung lag in den Händen von Michael Bußmann, dem kommissarisch eingesetzten DTU-Vizepräsident Technik, der von Katrin Paschke, DTU-Sportdirektorin für den Technikbereich, unterstützt wurde. Um die Turnierleitung und den ordnungsgemäßen Ablauf kümmerte sich Kampfrichterreferent Christian Nuißl.
Bei der Deutschen Meisterschaft wurden in den Einzelwettbewerben die Medaillengewinner zum ersten Mal mit der Anwendung von zwei Bewertungssystemen ermittelt. Im ersten Lauf mussten alle Teilnehmer einzeln auf der Fläche ihre Leistung vortragen. Anhand ihrer Bewertungen wurden die besten Acht für den Finallauf ermittelt. Im Finale liefen dann – in einer festgelegten Reihung – zwei Finalteilnehmer zeitgleich ihre Form. Die bessere Wertung kam immer eine Runde weiter.
Die Vermischung des Einzellaufs, dem sogenannten „Cut Off“, und dem Zweier-Lauf, der „Elimination“, stellte die für die elektronische Abwicklung des Turniers zuständige Firma Martial Events vor eine besondere Herausforderung. Vor dem Wechsel von „Cut-Off“ zum „Elimination“ mussten am PC-Programm zeitaufwändige Umstellungen vorgenommen werden.
Wie von Christian Nuißl zu erfahren war, kann das Elimination-System nur dann angewandt werden, wenn in einer Altersklasse mehr als acht Teilnehmer gemeldet waren. In Aichwald wurde das Elimination-System in 14 Klassen durchführt. Lediglich bei den bis 11-jährigen und den beiden ältesten Damenklassen gab es nur das Cut-Off.
In diesem Jahr gab es noch eine weitere Änderung. Den Sportlern wurde nämlich erst kurz vor ihrem Start mitgeteilt, welche Form sie laufen müssen. Für Kampfrichterreferent Christian Nuißl war es erstaunlich, dass von den Teilnehmer niemand durcheinander kam und die falsche Form lief.
Natürlich gab es auch Ehrungen für sportliche Leistungen. Nachdem die meisten Sportlerinnen und Sportler in der Vergangenheit mit nahezu allen Ehrennadeln ausgezeichnet wurden, bekamen sie dieses Mal Einkaufsgutscheine überreicht.
Den Pokal für die Länderwertung gewann Baden-Württemberg (105 Punkte), gefolgt von Niedersachsen (80 Punkte) und Hessen (79 Punkte). Bayern kam mit 67 Punkten auf den vierten Platz.
Text und Fotos:
Peter Bolz

















































































































