Am vergangenen Wochenende wurde in Riad /Saudi Arabien zum ersten Mal die Women’s Open Championships ausgetragen. Das Turnier wurde vom Weltverband als G4-Tournament eingestuft. Dies bedeutet, dass die Siegerinnen der acht Gewichtsklassen insgesamt 40 Rankingpunkte gutgeschrieben bekommen.
Dass sich der Weltverband dazu entschlossen hat, gerade in einem Land wie Saudi Arabien ein reines Damenturnier zu veranstalten, mag im ersten Moment ziemlich merkwürdig klingen. Es ist bekannt, dass Saudi Arabien in punkto Gleichberechtigung noch am Anfang eines sehr langen Weges steht. Der Weltverband geht aber laut eigenen Angaben davon aus, dass „die Frauenmeisterschaft zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter beitragen wird, insbesondere in der Region des Nahen Ostens“.
Ob die Women’s Open Championships wirklich nur deshalb ins Leben gerufen wurde, um die Rechte der Frauen in der arabischen Welt zu fördern, dürfte für die 171 angereisten Teilnehmerinnen eher eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Im Focus standen für sie wohl eher die vierzig Weltranglistenpunkte, die es in Riad zu gewinnen gab.
Deutschland reiste mit acht 8-köpfigem Damenteam nach Riad, darunter fünf Wettkämpferinnen aus bayerischen Vereinen. Betreut wurde das deutsche Team von Bundestrainer Boris Winkler und Georg Streif, den leitenden Bundestrainer.
Am ersten Wettkampftag konnte sich die an Nummer 4 gesetzte Anna-Lena Frömming (Taekwondo Özer Nürnberg) in der Damenklasse bis 62 kg im ersten Kampf gegen Nadja Savkovic aus Serbien mit 10 zu 1 Punkten durchsetzen. Im Viertelfinale gegen Natali Hamaidi aus Jordanien musste die Nürnbergerin nach einem Unentschieden in den Sudden Death. Dort konnte Anna-Lena den Golden Point anbringen. Im Halbfinale gegen Caroline Santos, der amtierenden Dutch-Open-Siegerin aus Brasilien und späteren Gewinnerin des Damenturniers, musste sie eine 3-zu-20-Niederlage akzeptieren. Herzlichen Glückwunsch zur Bronzemedaille!
Lorena Brandl (TV Altmannstein), die in der mit 13 Teilnehmerinnen besetzten Damenklasse über 73 kg an Nummer 2 gesetzt war, gewann ihren ersten Kampf gegen Sarah Koutbi aus Marokko relativ deutlich mit 11 zu 1 Punkten. Das Halbfinale verlor Lorena dann aber knapp mit 6 zu 8 Punkten gegen Kristina Adebaio, die Jugendweltmeisterin aus Russland. Herzlichen Glückwunsch zur Bronzemedaille!
Am zweiten Wettkampftag gewann Alema Hadzic (Taekwondo Özer Nürnberg) in der Damenklasse bis 73 kg vorzeitig mit 24 zu 2 Punkten gegen Shreya Jadhav aus Indien. Im Viertelfinale unterlag die Nürnbergerin dann aber knapp mit 3 zu 4 Punkten gegen Polina Khan, die spätere Siegerin aus Russland.
Am letzten Wettkampftag konnte sich Ela Aydin (TSV 1865 Dachau) in der mit 23 Teilnehmerinnen besetzten 53-kg-Klasse im ersten Kampf gegen Gerda Meistininkaite mit 5 zu 3 Punkten durchsetzen. Im Viertelfinale unterlag sie dann gegen Margarita Alieva aus Russland.
Ein Spektakel der besonderen Art zeigte Vanessa Körndl (TV Altmannstein), die in der Klasse bis 67 kg ihren ersten Kampf gegen Sanae Baiza aus Marokko mit 16 zu 10 Punkten gewann. Im Viertelfinale gegen Natalia D’Angelo aus Italien lag sie aber bereits mit 1 zu 11 Punkten zurück. In einer beispiellosen Aufholjagd schaffte sie bis zum Schlussgong den 14-zu-14-Ausgleich. Vanessa gewann anschließend auch noch das Sudden Death und sicherte sich damit schon mal einen Platz auf dem Siegertreppchen. Das Halbfinale gegen Ruth Gbagbi, Weltmeisterin 2017 und zweifache Olympiamedaillengewinnerin von der Elfenbeinküste, verlor die bayerische Spitzenkämpferin mit 5 zu 15 Punkten. Herzlichen Glückwunsch zur Bronzemedaille!














