Es war eine äußerst merkwürdige Mitgliederversammlung des Weltverbandes, bei der Deutschland durch DTU-Generalsekretär Hans Siegel und Edwin Ferger vertreten wurde. Das kuriose Schauspiel fing damit an, dass WTF-Präsident Dr. Un-Yong Kim wegen seinem weltweiten Aufbau des Taekwondo und im Hinblick auf seine Bemühungen für die olympische Bewegung von den anwesenden Vertretern der Nationen durch „by standing ovations“ gewählt.
Damit aber nicht genug. Aus den Reihen der 50 Delegierten wurde vorgeschlagen, auf die weiteren anstehenden Wahlgänge zu verzichten. Vielmehr sollte die Versammlung das Stimmrecht sozosagen blanko an Dr. Un-Yong Kim übertragen, damit dieser aus der Liste der Kandidaten die Personen in den Vorstand berufen kann, die er für seine Arbeit als wichtig und richtig erachten würde.
Nach einer kurzen Debatte wurde die Frage in den Raum gestellt, ob der Versammlung überhaupt das Recht zustehen würde, das Wahlrecht blanko an den WTF-Präsidenten zu übertragen. Bei einer Abstimmung stimmten 45 der 50 Delegierten für das vorgeschlagene Verfahren der Blanko-Übertragung ihrer Stimmrechte. Diese „pragmatische Lösung“ wurde lediglich von fünf Verbänden – alle aus Europa, darunter auch Deutschland – nicht mitgetragen.
Eine ähnliche Blanko-Vollmacht erhielt Weltpräsident Dr. Kim auch für die anstehenden Abstimmungen über eine neue Satzung und der Neufassung der Wettkampfordung.



