Auf Grund der geografischen Lage entwickelten sich – insbesondere auch durch die Einflüsse aus China und Japan – von 1945 bis 1960 in ganz Korea unterschiedliche Kampfsportstile, die im wesentlichen 40 Schulen (sogenannte Kwan) unterrichtet wurden. Nahezu alle Gründer der einflussreichen Kwan erlernten chinesische oder japanische Kampfsportarten. In Korea ist es vollkommen normal und üblich, dass bei der Vorstellung von hochrangigen Personen die Zugehörigkeit zum jeweiligen Kwan mit anzuführen.
Nachfolgend werden die neun wichtigsten Kwan angeführt, also die nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Gründungsschulen. In Klammer sind die Gründer und ihre Kampfsportkenntnisse angeführt.
Kwan #1: Song Moo Kwan
(RO Pyong-Jik – lernte Shotokan Karate)
Kwan #2: Han Moo Kwan
(Kyo Yoon-Lee)
Kwan #3: Chang Moo Kwan
(YUN Pyong bzw. JOON Byung-In – lernte chinesisches Chuan-Fa und Shotokan-Karate, war Träger des 5. Dan Karate)
Kwan #4: Moo Duk Kwan
(Hwang-Ki – lernte die chinesische Kampfkunst Kuo-Shu und vermutlich Goju-Ryu Karate)
Kwan #5: Oh Do Kwan
(CHOI Hong-Hi – lernte Shotokan Karate und war Träger des 2. Dan Karate; NAM Tae-Hi – lernte chinesisches Tang-Soo-Do)
Kwan #6: Kang Duk Won
Kwan #7: Jung Do Kwan
Kwan #8: Jido-Kwan
(Pyang Yon-Kue)
Kwan #9: Chung Do Kwan
Kwan 10: Kwan Ri Kwan
Generalmajor Choi Hong-Hi, ein Mann mit höchstem politischen und militärischen Rang und Gründer und Leiter des „Oh-Do-Kwan“-Kampfsportstils, entwickelte mit Hilfe der Regierung und des Militärs einen Zusammenschluss der neun Stilrichtungen. Der von ihm neu geschaffenen Kampfsportart gab er den Namen „Taekwon“.
Nachdem die Bezeichnung „Taekwon“ vom damaligen koreanischen Präsident Syngman Rhee bestätigt wurde, war der Name der neuen Sportart auch politisch gefestigt.
Am 11. April wird der Name „Taekwon-Do“ offiziell von Generalmajor Choi Hong-Hi veröffentlicht.




